Facilitation¶
Facilitation ist eine Form der Moderation. Jede Organisation hat eine Governance-Ebene -- Prozesse, Workshops und Entscheidungen, die zwischenmenschlich stattfinden. In Software bedeutet Facilitation, festzulegen, wer innerhalb von Themen prozesssteuernde Handlungen vornehmen darf.
Was bedeutet Facilitation in Rhizome?¶
In Rhizome gibt es sogenannte „Acts of Facilitation" -- konkrete Handlungen, die den Entscheidungsprozess steuern:
- Eine Entscheidung erstellen (Beschlussvorschlag für Konsent, Abstimmung, Mehrheitsentscheid, Rangfolge, Punkte verteilen, Widerstandsabfrage usw.)
- Einwände in einem Konsent-Verfahren integrieren
- Fristen für Entscheidungen setzen
Der Facilitation-Modus legt fest, wer diese Handlungen ausführen darf.
Facilitation-Modi¶
Aktuell stehen zwei Facilitation-Modi zur Verfügung. Ein dritter Modus ist geplant.
Gemeinsame Facilitation¶
Bei der gemeinsamen Facilitation können alle Mitglieder der beteiligten Gruppen den Prozess steuern. Dieser Modus ist der schlankste und potenziell schnellste Ansatz.
Voraussetzung: hohes Vertrauen innerhalb der Organisation.
Vorteil: Alle tragen dazu bei, Themen zügig voranzubringen.
Risiko: Viele Personen können prozesssteuernde Änderungen vornehmen. Das kann zu einem „Zu viele Köche"-Effekt führen.
Geeignet für: Flache Hierarchien und vertrauensbasierte Zusammenarbeit.
Natürliche Rollenverteilung
Auch bei gemeinsamer Facilitation nehmen Ersteller:innen eines Themas in der Praxis häufig die Facilitation-Rolle ein.
Ersteller:innen-Facilitation¶
Bei der Ersteller:innen-Facilitation können nur Personen den Prozess steuern, die das Thema erstellt oder zum Zeitpunkt der Veröffentlichung als Co-Autor:innen beteiligt waren.
Vorteil: Ersteller:innen sind in der Regel am stärksten in ein Thema investiert und kennen den Kontext am besten.
Risiko: Ersteller:innen könnten eine eigene Agenda verfolgen, ohne dass andere Personen die digitale Befugnis haben, korrigierend einzugreifen.
Gruppenbasierte Facilitation¶
Geplant
Dieser Modus befindet sich in Planung und ist noch nicht verfügbar.
Bei der gruppenbasierten Facilitation benennt eine Gruppe eine oder mehrere Personen, die für die Facilitation innerhalb dieser Gruppe verantwortlich sind.
Vorteil: Klare Verantwortlichkeiten, Prozesssicherheit und geringere Willkür.
Geeignet für: Organisationen mit klaren Strukturen, Kreisorganisationen oder Organisationen mit definierten Prozessrollen.
Risiken:
- Facilitator:innen können zu Gatekeepern werden. Bei Krankheit, Abwesenheit oder Urlaub ist Redundanz erforderlich.
- Zwischenmenschliche Schwierigkeiten werden verstärkt, wenn eine Person den Prozess kontrolliert.
- Führungskräfte könnten diese Rolle beanspruchen, obwohl Facilitation Allparteilichkeit erfordert.
Facilitation und Führung
Führungsrollen und Facilitation-Rollen sollten sorgfältig getrennt werden. Facilitation erfordert Allparteilichkeit. Wenn eine Führungskraft die Facilitation übernimmt, ist diese Allparteilichkeit möglicherweise nicht gegeben. Organisationen sollten dies bei der Vergabe von Facilitation-Verantwortlichkeiten berücksichtigen.
Facilitation-Modus konfigurieren¶
Der Facilitation-Modus wird pro Gruppe in den Workspace-Einstellungen konfiguriert. Details findest du unter Gruppenverwaltung.