Konsultation¶
Bei der Konsultation trifft eine Person die Entscheidung – allerdings erst, nachdem sie gezielt Perspektiven relevanter Personen eingeholt hat. Die Verantwortung liegt bei der entscheidenden Person, nicht bei der Gruppe.
So funktioniert es in Rhizome¶
Die Konsultation entsteht, wenn du beim Erstellen einer Entscheidung Stellvertretend wählst und danach Perspektiven einholen möchtest. Wer entscheidet, legst du dort fest – selbst, direkt zugewiesen oder über eine Nominierungsrunde.
Perspektiven anfragen¶
Sobald eine Person die Entscheidungsrolle innehat, kann sie Perspektiven einholen. Die ausgewählten Personen erhalten eine Benachrichtigung und werden gebeten, ihre Einschätzung, Überlegungen oder relevantes Wissen direkt auf der Entscheidung zu teilen.
Alle Beiträge sind für alle Beteiligten sichtbar. Perspektiven sind keine Stimmen – sie informieren die Entscheidung, ohne die entscheidende Person zu binden.
Eine eingegangene Perspektive lässt sich als integriert markieren. Das ist keine Höflichkeitsgeste, sondern die Antwort auf die Frage, die jede:r stellt, der etwas beigetragen hat: Ist das eingeflossen?
Auch andere Beteiligte können vorschlagen, dass eine Person konsultiert wird. Wenn du zwar nicht selbst entscheidest, aber weißt, dass eine Kollegin oder ein Kollege relevante Expertise hat, die der entscheidenden Person möglicherweise nicht bekannt ist, kannst du vorschlagen, dass diese Person um eine Perspektive gebeten wird.
Entscheiden¶
Die entscheidende Person kann jederzeit entscheiden – auch wenn noch nicht alle angefragten Perspektiven eingegangen sind. Wer noch aussteht, steht mit Namen an der Entscheidung. So blockiert niemand den Prozess durch bloßes Schweigen, und es bleibt trotzdem sichtbar, wer nicht zu Wort kam.
Sobald die Entscheidung mit einer schriftlichen Begründung dokumentiert ist, gilt sie als getroffen und ist für alle Beteiligten sichtbar.
Feedback¶
Bei Konsultationsentscheidungen ist Feedback standardmäßig aktiviert. Nach Abschluss der Entscheidung öffnet sich darunter eine Kommentarspalte, in der andere Beteiligte reagieren können. Da die Gruppe nicht gemeinsam entscheidet, schafft dies einen Rückkanal für Rückmeldungen und Anschlussdiskussionen.
Erweiterte Entscheidungsregeln¶
Keine. Ein Quorum hätte hier keine Bedeutung: Entschieden wird, sobald die zuständige Person entscheidet – unabhängig davon, wie viele sich vorher geäußert haben.
Anwendungsfälle¶
Konsultation eignet sich für Situationen, in denen eine Person klar verantwortlich ist, aber nicht ohne Einbeziehung anderer entscheiden soll. Das Verfahren verbindet Geschwindigkeit und individuelle Verantwortung mit einer fundierten Grundlage. Es ist besonders geeignet, wenn:
- eine Entscheidung in den Verantwortungsbereich einer definierten Rolle fällt
- relevante Expertise im Team verteilt ist und vor der Entscheidung eingeholt werden soll
- die Organisation dokumentieren möchte, welche Perspektiven berücksichtigt wurden – auch ohne Gruppenprozess