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Widerstandsabfrage

Die Widerstandsabfrage ist auch als „systemisches Konsensieren“ bekannt. Sie kehrt die Perspektive um: Statt Zustimmung wird der Widerstand gegen jede Option gemessen. Die Option mit dem geringsten Gesamtwiderstand wird gewählt. So wird die breit akzeptabelste Lösung identifiziert.

So funktioniert es in Rhizome

Alle Beteiligten geben pro Option ihren Widerstand auf einer Skala an. Ein niedriger Wert bedeutet „kann ich gut mittragen“, ein hoher Wert signalisiert Bedenken. Die Option mit dem niedrigsten Gesamtwiderstand setzt sich durch.

Wenn während eines Konsent- oder Konsens-Prozesses ein Alternativvorschlag entsteht, weil ein Einwand nicht durch Anpassung des ursprünglichen Beschlussvorschlags aufgelöst werden kann, erstellt Rhizome automatisch eine Widerstandsabfrage.

Erweiterte Entscheidungsregeln

Disqualifizierender Widerstandswert

Es kann ein disqualifizierender Widerstandswert festgelegt werden – ein bestimmter Punkt auf der Widerstandsskala (in der App durch Emojis dargestellt, von kein Widerstand bis maximaler Widerstand). Gibt eine Person für eine Option diesen Wert an, scheitert diese Option, selbst wenn sie insgesamt den geringsten Widerstand verbucht hätte.

Das bedeutet: Auch wenn eine Option den niedrigsten Gesamtwiderstand erzielt, kann der maximale Widerstand einer einzelnen Person sie blockieren. Diese Regel stellt sicher, dass Ergebnisse, die für eine Person wirklich nicht tragbar sind, nicht durchgesetzt werden. Sie ergänzt die Widerstandsskala um eine harte Ausschlussbedingung für Extremfälle.

Quorum

Legt fest, wie viele Personen mindestens antworten müssen, damit die Entscheidung gültig ist.

Option Beschreibung
Kein Quorum (Standard) Die Entscheidung ist unabhängig von der Beteiligung gültig
Prozentual Ein definierter Anteil muss antworten – Voreinstellungen: 50 %, 66 % oder ein eigener Wert
Anzahl Eine bestimmte Anzahl von Personen muss antworten
Alle müssen teilnehmen Jede:r in der Gruppe muss sich beteiligen

Eine vollständige Referenz aller verfügbaren Regeln findest du unter Sonderregeln.

Anwendungsfälle

Die Widerstandsabfrage eignet sich als vorbereitende Einschätzung vor einer endgültigen Entscheidung. Sie verschiebt den Blick weg von der Zustimmungslogik hin zur Frage, welche Option die wenigsten Bedenken hervorruft. Sie kann als Grundlage für eine anschließende Entscheidung per Konsent oder Konsens dienen.