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Entscheidungsmodi

Rhizome bietet verschiedene Entscheidungsmodi, um unterschiedlichen Situationen und Anforderungen gerecht zu werden. Die Modi lassen sich in drei Kategorien einteilen.

Entscheidungsmodi kombinieren

Durch die Stimmungsbild-Funktion lassen sich Modi in Rhizome bereits heute kombinieren. Beispielsweise kann eine Widerstandsabfrage als Stimmungsbild einer verbindlichen Abstimmung per Punkte verteilen vorausgehen.

Kategorien

Diskussionsorientiert

Bei diesen Modi steht der Dialog im Vordergrund. Die Entscheidung entwickelt sich durch Austausch, Integration von Einwänden und gemeinsame Weiterentwicklung des Vorschlags.

  • Konsent – Niemand hat einen schwerwiegenden Einwand
  • Konsens – Alle stimmen aktiv zu
  • Konsultation (geplant) – Eine Person entscheidet nach Konsultation relevanter Personen

Abstimmungsorientiert

Die Beteiligten treffen ihre Wahl durch Stimmenabgabe. Die Entscheidung entsteht durch Aggregation der individuellen Präferenzen.

Sonstige

Diese Modi haben besondere Rollen im Entscheidungsprozess.

  • Meeting (geplant) – Direkter Dialog zur Entscheidungsfindung, Dokumentation in Rhizome
  • Eigene Entscheidung (geplant) – Eigenverantwortliche Entscheidung ohne Abstimmung

Schnellübersicht

Modus Kategorie Kernprinzip Geschwindigkeit Verbindlichkeit
Konsent Diskussionsorientiert Keine schwerwiegenden Einwände Mittel Hoch
Konsens Diskussionsorientiert Aktive Zustimmung aller Langsam Sehr hoch
Konsultation (geplant) Diskussionsorientiert Entscheidung nach Einholen von Expertise Mittel Hoch
Mehrheitsentscheid Abstimmungsorientiert Meiste Stimmen gewinnt Schnell Mittel
Punkte verteilen Abstimmungsorientiert Gewichtung durch Punktebudget Schnell Mittel
Rangfolge bestimmen Abstimmungsorientiert Priorisierung durch Rankings Schnell Mittel
Widerstandsabfrage Abstimmungsorientiert Geringster Widerstand Schnell Mittel
Meeting (geplant) Sonstige Direkter Dialog Variabel Variabel
Eigene Entscheidung (geplant) Sonstige Eigenverantwortung Sehr schnell Mittel–Hoch

Welcher Modus passt?

Die Wahl des Modus hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Tragweite – Wie folgenreich ist die Entscheidung?
  • Dringlichkeit – Wie schnell muss entschieden werden?
  • Komplexität – Wie viele Perspektiven müssen berücksichtigt werden?
  • Betroffenheit – Wer ist betroffen und wie stark?
  • Ressourcen – Wie viel Zeit und Energie steht zur Verfügung?

Der folgende Entscheidungsbaum bietet eine Orientierungshilfe:

graph TD
    Start[Welche Entscheidung steht an?]
    Start --> Dringend{Ist es zeitkritisch?}

    Dringend -->|Ja| Verantwortung{Liegt Verantwortung<br/>bei einer Person?}
    Verantwortung -->|Ja| Eigene["Eigene Entscheidung (geplant)"]
    Verantwortung -->|Nein| Mehrheit[Mehrheitsentscheid]

    Dringend -->|Nein| Tragweite{Grundlegende<br/>Entscheidung?}

    Tragweite -->|Ja| Mitgetragen{Müssen alle<br/>voll dahinterstehen?}
    Mitgetragen -->|Ja| Konsens[Konsens]
    Mitgetragen -->|Nein| Konsent[Konsent]

    Tragweite -->|Nein| Optionen{Mehrere Optionen<br/>priorisieren?}
    Optionen -->|Ja| Gewichtung{Intensität der<br/>Präferenzen wichtig?}
    Gewichtung -->|Ja| Punkte[Punkte verteilen]
    Gewichtung -->|Nein| Rangfolge[Rangfolge bestimmen]

    Optionen -->|Nein| Komplex{Braucht es<br/>Diskussion?}
    Komplex -->|Ja| Meeting["Meeting (geplant)"]
    Komplex -->|Nein| Expertise{Eine Person hat<br/>besondere Expertise?}
    Expertise -->|Ja| Konsultation["Konsultation (geplant)"]
    Expertise -->|Nein| Standard[Konsent oder<br/>Mehrheitsentscheid]

Orientierungshilfe

Der Entscheidungsbaum ist ein Ausgangspunkt, keine starre Regel. Je vertrauter das Team mit den verschiedenen Modi ist, desto intuitiver wird die Wahl.

Häufige Fragen

Kann der Modus während eines laufenden Prozesses gewechselt werden?

Grundsätzlich ja. Personen mit der Rolle Facilitation können einen Vorschlag abbrechen und einen neuen mit anderem Modus erstellen. Die bereits formulierten Handlungsoptionen bleiben erhalten. Der Prozess beginnt jedoch von vorne – es empfiehlt sich daher, den Modus von Anfang an passend zu wählen.

Was tun, wenn ein Modus nicht zum Team passt?

Reflektiert als Team, welche Modi in welchen Situationen gut funktioniert haben. Entscheidungsmodi sind Werkzeuge – nicht jedes Werkzeug eignet sich für jede Situation. Unterschiedliche Modi auszuprobieren kann helfen, den passenden Ansatz zu finden.