Punkteverteilung¶
Teilnehmende verteilen ein persönliches Punktebudget auf die verfügbaren Optionen. Damit wird nicht nur die Präferenz, sondern auch deren Intensität erfasst. Das gesamte Budget kann je nach Bedarf (und Regelung) auf eine einzelne Option gesetzt oder breit gestreut werden.
So funktioniert es in Rhizome¶
Jede:r verteilt die verfügbaren Punkte nach eigenen Prioritäten. Die Punkte werden pro Vorschlag summiert, der Vorschlag mit den meisten gewinnt. Das Ergebnis bildet sowohl breite Unterstützung als auch starke individuelle Präferenzen ab.
Wurde Nichts davon beim Erstellen dazugeschaltet, nimmt es Punkte entgegen wie jeder andere Vorschlag. Liegt es am Ende vorn, ist die Abstimmung gescheitert. Bei Gleichstand bleibt die Entscheidung offen, bis Mitgestaltende sie auflösen.
Erweiterte Entscheidungsregeln¶
Punktebudget pro Person¶
Jede Person verteilt ein persönliches Punktebudget auf die Optionen. Der Standardwert beträgt 10 Punkte. Dieser Wert lässt sich erhöhen oder verringern – ein niedrigeres Budget erhöht den Priorisierungsdruck, ein höheres ermöglicht bei vielen Optionen eine feingranularere Verteilung.
Punktelimit pro Option¶
Begrenzt, wie viele Punkte eine Person auf eine einzelne Option setzen kann. Besonders sinnvoll, wenn Beteiligte in der Beratungsphase eigene Optionen eingebracht haben: Ohne Limit würden vielleicht Personen ihr gesamtes Budget auf dem eigenen Vorschlag hinterlassen, was keine Aussage über zweite oder dritte Präferenzen ermöglicht. Ein Punktelimit fördert die breitere Verteilung.
Verteilung auf Optionen¶
Begrenzt, auf wie viele unterschiedliche Optionen eine Person Punkte setzen darf (Standard: unbegrenzt). Zum Beispiel: Bei fünf Optionen und einem Limit von drei müssen Personen priorisieren und ihre Punkte konzentriert einsetzen – nützlich, um bei vielen Optionen eine schärfere Fokussierung zu erzwingen.
Nötige Mehrheit¶
Legt fest, wie viele Punkte eine Option erhalten muss, um zu gewinnen.
| Option | Beschreibung |
|---|---|
| Relative Mehrheit (Standard) | Der Vorschlag mit den meisten Punkten gewinnt |
| Absolute Mehrheit | Eine Option muss mehr als 50 % aller Punkte erhalten |
| Zwei-Drittel-Mehrheit | Eine Option muss mindestens 66 % aller Punkte erhalten |
| Eigene | Ein selbst definierter Prozentwert als Schwellenwert |
Quorum¶
Legt fest, wie viele Personen mindestens antworten müssen, damit die Entscheidung gültig ist.
| Option | Beschreibung |
|---|---|
| Kein Quorum (Standard) | Die Entscheidung ist unabhängig von der Beteiligung gültig |
| Prozentual | Ein definierter Anteil muss antworten – Voreinstellungen: 50 %, 66 % oder ein eigener Wert |
| Anzahl | Eine bestimmte Anzahl von Personen muss antworten |
| Alle müssen teilnehmen | Jede:r in der Gruppe muss sich beteiligen |
Wird der Schwellenwert verfehlt, scheitert die Abstimmung, statt dass der zweitplatzierte Vorschlag nachrückt.
Zufällige Reihenfolge¶
Jede Person sieht die Vorschläge in einer eigenen Reihenfolge – siehe Zufällige Reihenfolge.
Eine vollständige Referenz aller verfügbaren Regeln findest du unter Sonderregeln.
Anwendungsfälle¶
Die Punkteverteilung eignet sich für Priorisierung, Budgetverteilung oder die Auswahl aus vielen Optionen. Das Verfahren lässt sich mit Rangfolge kombinieren und kann als vorbereitende Einschätzung vor einem Konsent dienen. Weitere Kombinationsmöglichkeiten findest du unter Entscheidungsmodi kombinieren.