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ODRs

Manchmal entscheidet ihr bloß, welches Hotel ihr für die nächste Konferenz bucht. Manchmal geht es um Grundsätzliches: Wer darf was ohne Rückfrage anschaffen? Wie gehen wir mit Reisekosten um? Für solche Entscheidungen gibt es Organizational Decision Records, kurz ODRs.

Ein ODR hält fest, was euer Workspace geklärt hat. Daran kann sich das ganze Team orientieren – und auch eure KI-Werkzeuge.

Was ein ODR ist

  • Nummeriert. Jedes veröffentlichte ODR bekommt eine Nummer, unter der ihr es zitieren könnt.
  • Für den ganzen Workspace lesbar. Wer im Workspace ist, kann es nachlesen.
  • Unveränderlich. Veröffentlichte ODRs lassen sich weder löschen noch umschreiben. Die Geschichte eurer Entscheidungen bleibt nachvollziehbar.
  • Nur für Grundsätzliches. Ein ODR ist etwas, das als Präzedenzfall dienen kann: eine Regel, eine dauerhafte Vereinbarung, eine Richtung. Eine einmalige Aufgabe, ein Termin oder ein befristeter Test gehört nicht hinein.

Wie ein ODR entsteht

Es gibt zwei Wege:

  • Aus einer Entscheidung in Rhizome. Habt ihr etwas Wichtiges entschieden, wird auf Wunsch ein ODR daraus.
  • Von außerhalb. Entscheidungen, die in einem Meeting, einer Mail oder einem Wiki getroffen wurden, könnt ihr nachtragen. Das geht auch mit KI-Unterstützung: Der Skill rhizome:import-to-odrs durchsucht eure Wikis und Protokolle und legt Entwürfe an.

Vor der Veröffentlichung ist ein ODR ein Entwurf: ohne Nummer, nur für dich sichtbar, ohne dass jemand benachrichtigt wird. Du liest ihn in der App noch einmal durch und veröffentlichst ihn selbst. Entwürfe findest du im Register unter Meine Entwürfe.

Aufbau

Ein ODR besteht aus einem Titel, der die Entscheidung in einem Satz nennt, und diesen Abschnitten:

Abschnitt Inhalt
Kontext Warum wurde entschieden, von wem, wo?
Entscheidung Die Regel selbst, genau: Beträge, Rollen, Fristen
Konsequenzen Was ändert sich, für wen, ab wann?
Verworfene Optionen Was stand noch zur Wahl und warum nicht? Nur wenn es welche gab

Dazu gehört das Datum, an dem entschieden wurde – nicht das Datum, an dem das ODR angelegt wurde.

Gültig und abgelöst

Ein ODR ist entweder gültig oder abgelöst. Gilt eine Regel nicht mehr, wird sie nicht gelöscht, sondern durch ein neueres ODR abgelöst. Beide bleiben lesbar, und das neue verweist auf das alte.

Auch eine teilweise Änderung löst ab. Das neue ODR übernimmt dann die unveränderten Regeln in seinen eigenen Text, damit es für sich allein gilt.

Das Register

Alle ODRs eures Workspaces stehen im Register ODRs. Dort siehst du, was gilt, was abgelöst wurde und welche Entwürfe du selbst angelegt hast.

ODRs als Context Layer

Weil ODRs festhalten, was ihr entschieden habt, taugen sie als Maßstab für neue Ideen. Über den MCP-Layer können Claude und ChatGPT sie lesen. Mit dem Skill rhizome:compliance prüft eure KI Vorschläge und Konzepte gegen die gültigen ODRs und zitiert, welche dafür oder dagegen sprechen.

Schweigen ist keine Erlaubnis

Findet die KI kein passendes ODR, heißt das nur: Dazu hat euer Workspace noch nichts geklärt. Es ist keine Erlaubnis. Wollt ihr es klären, macht ein Thema oder eine Entscheidung daraus.